3 Tipps zur Förderung von Social Learning

Von und miteinander lernen: Das ist auch in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung ein wichtiges Kriterium, um den Lerneffekt bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erhöhen. Im Zentrum stehen dabei die Interaktion und der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, Lernenden und Lehrenden. Die Idee ist natürlich kein Novum. Im Gegenteil, es ist eine sehr intuitive Form des Lernens, gemeinsam in einem jeweiligen sozialen Kontext, Neues durch Beobachten und Interaktion zu lernen.

Was nun hinter dem Begriff Social Learning steckt und wie du mithilfe von drei Tipps Social Learning online fördern kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Social Learning umfasst das informelle, selbstorganisierte Lernen, das gezielt durch Social Media, Wikis, Apps und weiteren Social Collaboration Tools, gefördert wird (weitere Beispiele findest du hier).

Eine Erklärung, warum Social Learning den Lernerfolg erhöhen kann, bietet das nachfolgende Referenzmodell von Charles Jennings. Lernen wird dabei als aktiver Prozess betrachtet, der über eine bloße Wissensvermittlung hinaus geht:

  • 10% lernen wir durch formelles Lernen, also die reine Wissens- und Informationsvermittlung, wie sie auch im Frontalunterricht stattfindet
  • 20% lernen wir durch den Austausch und die Interaktion mit unseren Mitmenschen (= Social Learning)
  • 70% lernen wir durch die Anwendung und den Transfer am Arbeitsplatz des Gelernten, dem klassischen “learning by doing”

Das heißt, sich Inhalte selbst aktiv zu erarbeiten, sich zu vernetzen und dabei Räume für den Erfahrungstausch zu öffnen, trägt maßgeblich zum Lernerfolg bei. Diesen Effekt macht sich Social Learning zu Nutze und erweitert damit das klassische Online-Lernen um diese soziale Variable im Lernprozess.

Die nachfolgenden 3 Tipps können dir dabei helfen, Social Learning in deiner Arbeitsumgebung zu etablieren:

#1: Get in exchange!

Es gibt zahlreiche digitale Möglichkeiten, mit Hilfe derer Social Collaboration Tools etabliert werden können. Neben der Nutzung von Social Media Netzwerken können beispielsweise Diskussionsforen eingerichtet werden, um dort Themenschwerpunkte entsprechend den Lernzielen des Kurses zu setzen. Eine gezielte Unterstützung der Lernenden kann auch über Lernbegleiter-Programme initiiert werden. So können hier erfahrene Mitarbeiter per Videokonferenz in Austausch mit weniger erfahrenen Mitarbeitern treten. Für eine größere Reichweite können auch in regelmäßigen Abständen Videokonferenzen für alle Mitarbeiter angeboten werden, die aktiv zum Wissens- und Erfahrungsaustausch genutzt werden können. Die Einrichtung und Führung von unternehmenseigenen Wikis, Blogs oder Videoplattformen fördert dagegen den selbst-organisierten Austausch. Hier können Mitarbeiter Inhalte aufbereiten oder hilfreiche Tutorials teilen, die jederzeit als Lernressource abgerufen werden können. Wichtig ist hier jeweils zu prüfen, wie die gewählte Austauschplattform in die Infrastruktur des Unternehmens eingebettet werden kann und festzulegen, welcher Mehrwert im Einzelnen fokussiert werden soll. 

#2: Get people engaged!

Social Collaboration Tools einzurichten, reicht für ein aktives Social Learning natürlich noch nicht aus. Vielmehr muss die Bereitschaft Wissen und Informationen zu teilen, selbstorganisiert zu Lernen sowie kompetent mit sozialen Medien zu arbeiten, vorhanden sein oder erlernt werden. Daher hilft es, bewusst zur Partizipation zu ermutigen, Erlebtes zu teilen und den Mehrwert der Nutzung aufzuzeigen. Eine breitere Akzeptanz kann hier auch erreicht werden, indem die Mitarbeiter bei der Auswahl des Tools, sowie bei der Festlegung der Inhalte und Aufgaben, miteinbezogen werden. Auch bei der Nutzung des Tools selbst ist es wichtig, zur Mitarbeit anzuregen, diese zu moderieren sowie Kommunikationsregeln zu etablieren. Gerade in der virtuellen Kommunikation sind klare Kommunikationsregeln wichtig, da soziale Marker wie Mimik und Gestik nur eingeschränkt verfügbar sind.

#3: Show results!

Wann immer es möglich ist, die Ergebnisse der verwendeten Austauschplattformen aufzubereiten und zu visualisieren, empfiehlt es sich, diese Möglichkeit zu nutzen. So kann beispielweise dem Einzelnen damit der Fortschritt im Bereich der persönlichen Entwicklung aufgezeigt werden, indem die Ergebnisse als Feedbackgrundlage genutzt werden. Dies motiviert den Lernenden das jeweilige Tool weiterhin zu nutzen und weitere Lernziele auf diese Weise zu verfolgen. Gleichzeitig können mit Hilfe der Visualisierung der Ergebnisse auch weitere Teammitglieder mit ins Boot geholt werden, in dem der Mehrwert des jeweiligen Tools auf diese Weise untermauert wird.

Unsere Beispiele zeigen wie einfach und vielfältig Social Learning einen klassischen Lernpfad ergänzen kann und welchen Nutzen es für das Unternehmen bereithält. So erhöht sich nicht nur der Lernerfolg für den einzelnen Mitarbeiter, sondern fördert auch die Zusammenarbeit im Team enorm.

Hast du auch bewährte Social Learning Tools oder Tipps, um den Einsatz dieser zu fördern? Teile uns diese gerne in den Kommentaren mit!


Alle Rechte vorbehalten (Sophia Purmann).

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